Friedrich Fröbel

Wer war Friedrich Fröbel?

Friedrich Fröbel wurde am 24.04.1782 in Oberweißbach /Thüringen geboren.

Friedrich Fröbel, einer der bedeutendsten deutschen Pädagogen des 19. Jahrhunderts, der Schöpfer des weltweit verbreiteten Begriffs „Kindergarten“ und der dazugehörigen Institution und der Spieltheorie, war lange Jahre (1817 – 1831) Schulleiter eines von ihm geschaffenen – für damalige Verhältnisse – neuen Schultyps.

Sein Hauptwerk „Die Menschenerziehung“, dieser Titel beschreibt schon das Konzept, verfasste er 1826 in Keilhau, einem kleinen Dorf bei Rudolstadt in Thüringen, in das er 1817 seine ein Jahr zuvor in Griesheim bei Stadtilm gegründete „Allgemeine Deutsche Erziehungsanstalt“ verlegt.

Seine Erkenntnisse beruhten auf den sich gerade entwickelnden Ideen zur Erziehungswissenschaft, vorwiegend aber auf Beobachtung der Kinder und Intuition; eine pädagogische und psychologische Wissenschaft existierte noch nicht. Viele seiner Erkenntnisse finden wir rund 100 Jahre später in der Entwicklungs- oder Persönlichkeitspsychologie wieder.

Am 21. Juni 1852 verstarb Friedrich Fröbel in Marienthal.

1. Fröbel in unserer Einrichtung

Im Jahre 2005 hat sich unser Team entschlossen, die Pädagogik Friedrich Fröbel im Rahmen einer einjährigen Weiterbildung zu studieren.

Friedrich Fröbel, ein Thüringer und Vater des Kindergartens. Seine Pädagogik ist in unserer heutigen Zeit noch sehr aktuell, modern und in seiner Vermittlung an Bildung, Erziehung und Werten für unsere Kinder ein wichtiger Grundstein für ihr späteres Leben.

Hier einige Zitate dieses großen Pädagogen, die mit wenigen Worten das Aussagen, was uns als Erzieher der heutigen Kindergeneration wichtig und Bewahrens Wert erscheint.

In allen diesen Worten gehen wir als überzeugte Montessori Pädagogen konform mit Friedrich Fröbel.
„Mein Ziel ist es, Menschenbildner, Menschenpfleger, Erzieher zu werden.“
„Kinder sind wie Blumen, man muss sich tief zu ihnen herunter beugen, um sie zu verstehen.“
„Wir müssen die Individualität der Kinder erkennen und pflegen.“
„Das Kind übt im tätig sein Hand und Verstand.“
„Das Kind ist wie ein Pflänzchen, man muss es hegen und pflegen, damit sich seine Individualität positiv entwickelt.“

2. Fröbel und Montessori

Die Prinzipien der Montessori-Pädagogik und die Lehren Friedrich Fröbel sind ein fester Bestandteil in unserem Kindergarten zum Wohle der uns anvertrauten Kinder.

Trotz aller Verschiedenheiten nach Herkunft, sprachlicher, kultureller und religiöser Tradition und Bildungsweg dieser beiden genialen Pädagogen und ihrer pädagogischen Konzepte gibt es mehr Gemeinsames als Trennendes.

3. Friedrich Fröbel und die Mathematische Bildung

Friedrich Fröbel und die mathematische Bildung eine interessante Bereicherung unserer Bildungsarbeit in Verbindung mit unseren geschätzten Montessori Materialien.

Fröbel entwickelte ein Spielgabensystem, welches noch heute aktuell ist:

Spiele mit Körpern

  • Ball
  • Kugel, Würfel, Walze
  • 1.- 6. Spielgabe – Bausteine

Spiele mit Flächen

  • Legetafeln
  • Papierquadrat = Falten

Spiele mit Linien

  • Stäbchen
  • Papierstreifen = Flechten, Verschränken

Spiele mit Punkten

  • Durchstochene Linie = Sticken, Nähen, Zeichnen

Was entwickelte sich daraus bei unseren Kindern?
Mit diesen Spiel- und Beschäftigungsgabensystem bildete er bei Kindern Erkenntnisformen in

  • Zahlenlehre
  • Formenlehre
  • Geometrie
  • Größenlehre
  • Raumverhältnis, Struktur erfassen
  • Zeitverhältnis
  • Bewegungsverhältnis

aus, des Weiteren werden gefördert:

  • Farb- und Formdifferenzierung
  • Vorstellungskraft wird trainiert
  • Konzentration wird gefördert
  • Genaues und exaktes Arbeiten

Schlussfolgerung:
Spielgaben Fröbels dienen uns vor allem für die Schulung der kindlichen Wahrnehmung, Konzentration, Differenzierung und Kombinationsfähigkeit.

4. Fröbel und die Entwicklung von Sprachkompetenz

Der Sprache widmete Fröbel ganz besondere Aufmerksamkeit, nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache, sondern auch das der Klassischen.
Immer wieder sollte die Erzieherin ein Sprachvorbild in folgenden Punkten sein:

  • Klar und deutlich sprechen
  • Grammatikalisch richtig sprechen
  • Richtige Sprachdarstellung (realistisch, ausdruckstark)

Auch bei Fröbel: Literasie = Lese und Schriftanbahnung

Am Anfang stand das „Richtigsprechen“ und ging dann über zum „Lese– und Schreibunterricht“…
Auch heute noch vergeht kein Kindergartentag ohne Geschichten, Gedichte, Fingerspiele, Lieder, Begriffsbildung beim Bauen, Legen, Falten etc.

Beispiele für noch aktuelle Spiellieder im Kindergarten:

Turmfähnchen
Wie das Fähnchen auf dem Turme, sich kann drehen bei Wind und Sturme,
so sollen sich meine Händchen drehen, dass es eine Lust ist mit anzusehen.

Taubenhaus
Ich öffne jetzt mein Taubenhaus, die Täubchen sie fliegen so froh heraus,
sie fliegen hin aufs grüne Feld, wo es ihnen gar zu Wohl gefällt;
doch kehren sie heim zu guter Ruh`; so schließ` ich wieder mein Häuschen zu,
doch kehren sie heim zu guter Ruh`, so schließ` ich wieder mein Häuschen zu.

5. Musische – ästhetische Bildung

  • Fröbels Mutter und Kose Lieder (siehe oben)
  • Singspiele
  • Musikinstrumente – Orffinstrumente kennen lernen und deren Handhabung
  • Programme einstudieren und aufführen
  • Musik und Rhythmik erleben
  • Hören, Lauschen

Die Kinder erleben verschiedene und viele Ausdrucksmöglichkeiten im Kindergartenalltag, welche die Sprachbildung und die soziale Integration fördern.

6. Fröbel und die Naturverbundene Bildung und Wertorientierung

Fröbel sagt:
„Umgang mit der Natur und Gartenpflege ist wichtig für die pädagogische Arbeit. Jedes Kind ist selbst verantwortlich.“

Erkenntnis:
„Wenn ich meine Pflanzen hege und pflege, dann gedeihen und wachsen sie.“
„Wenn ich sie vernachlässige, gedeihen sie nicht oder gehen ein.“

Dies ist Spiegelbild der eigenen Entwicklung.

Die Kinder werden zur Erkenntnis geführt:
„Ich bin ein Teil der Natur und für die Natur verantwortlich – Gott ist der Schöpfer, der Mensch ist verantwortlich für die Schöpfung.“

Unsere Kinder werden in die Natur eingeführt, über die Vorbildhaltung der Erwachsenen.

Beispiel: Anlegen von kleinen Beeten, Blumen und Naturpflege

7. Schlusswort

Fröbels Pädagogik des dialektischen Bezuges von Innen nach Außen ist in verschiedenen Ansätzen eine Bereicherung und Unterstützung unserer täglichen Arbeit mit den Kindern. Und auch heute noch ein modernes und vor allem naturphilosophisches Programm.

Maria Montessori nannte es Kosmische Erziehung und bei Friedrich Fröbel heißt es „Gartenarbeit“ und „Erziehung zur Liebe zur Natur“.
Ansätze die Heute wichtiger denn je sind.

Hierzu ein Zitat (Verfasser unbekannt) das für uns eine der wichtigsten Botschaften unserer Zeit beinhaltet.

ABER: Wir schützen nur, was wir lieben. Und wir lieben nur, was uns vertraut ist. Wer selbst erlebt hat, dass eigene Produktivität reiche „Früchte“ trägt, der ist gefeit gegen Passivität und Langeweile, der kommt von der Mentalität des gedankenlosen Verbrauchers zum Bewusstsein des schöpferischen „Erzeugers“.
Zur Bestimmung des Menschen heißt es im 1. Buch Moses 2,15:
„Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“

So prägnant kann aktiver Umweltschutz beschrieben werden. Wer das den Kindern vorlebt, wird viele Nachahmer finden.